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Reisetipps

Bettler, Beach Boys, Böse Buben

Der "Erstkontakt"

Wenn Sie von einem Einheimischen, meist zunächst in Englisch, zum ersten Mal angesprochen werden, werden Ihnen mit Sicherheit folgende Fragen gestellt:

  1. What's your name? - Wie heißt Du?
    Gesprächsbeginn
  2. Which country? - Woher kommst Du?
    Deutsche, Österreicher und Japaner gelten als "Melkkühe", im Gegensatz zu Italienern, Briten und Australiern.
  3. First time Sri Lanka? - Zum ersten Mal in Sri Lanka?
    Touristen, die zum ersten Mal in Sri Lanka sind, lassen sich am besten ausnehmen.
  4. How long you stay? - Wie lange bleibst Du noch?
    Lohnt sich der Tourist noch; wie schnell muss man zur Sache kommen.
  5. Are you married? - Bis Du verheiratet?
    You have Boy-/Girlfriend? - Hast Du einen Freund / eine Freundin?
    (Die typische Frage der Beach Boys)
    Wenn Sie als Frau mit "Nein" antworten, sind Sie Freiwild. Und wenn Sie mit "Ja" antworten sind Sie auch Freiwild, so lange Sie Ihren Mann / Freund nicht vorweisen können. Bei Männern wird mit diesen Fragen taxiert, ob sie schwul sind.

Was können Sie auf diese Fragen antworten?

  1. What's your name? - Wie heißt Du?
    Sagen Sie ruhig Ihren Namen
  2. Which country? - Woher kommst Du?
    Man hört an Ihrem Akzent, wenn sie deutschsprachig sind, also können Sie das auch zugeben.
  3. First time Sri Lanka? - Zum ersten Mal in Sri Lanka?
    Erzählen Sie, dass Sie vor fünf oder zehn Jahren schon einmal in Sri Lanka waren. Man wird Sie testen, aber wenn Sie Ihren Reiseführer gelesen haben, können Sie auf die meisten Fragen antworten. Ist Ihre Antwort einmal falsch, haben Sie das halt anders in Erinnerung.
  4. How long you stay? - Wie lange bleibst Du noch?
    Erzählen Sie, dass Sie zwei oder drei Monate bleiben. Langzeittouristen gehen erfahrungsgemäß sparsamer mit ihrem Geld um. In Verbindung mit der Antwort auf Frage 3 werden Sie damit relativ uninteressant für Einheimische, die nur Ihr Geld wollen.
  5. Are you married? - Bis Du verheiratet?
    You have Boy- Girlfriend? - Hast Du einen Freund / eine Freundin
    Wenn Sie als alleinreisende Frau keinen Wert auf Intimkontakte mit Einheimischen legen, suchen Sie sich einen Reisebegleiter, der sich als Ihr Freund ausgibt. Alternativ können Sie die Frage auch damit beantworten, dass Sie sagen, Sie seien lesbisch.
    Männer haben es da einfacher. Wenn Sie zwei oder drei Mal höflich, aber bestimmt klargemacht haben, dass Sie die Ihnen angebotenen Dienstleistungen nicht möchten, haben Sie Ruhe.

Bettler, Beach-Boys, Böse Buben

Bettler

Bettler treffen Sie in Sri Lanka häufiger an, im Zug, am Bahnhof, an Bushaltestellen oder auch auf der Straße, wenn sie zu Fuß auf dem Weg von Colombo nach Kataragama oder anderswohin sind. Meist wenig aufdringlich, kann man sie übersehen, wenn man möchte.
Die meisten Einheimischen geben ein paar Rupien Kleingeld oder spendieren eine Mahlzeit. Kriegsopfer und Behinderte beispielsweise erhalten in Sri Lanka nur ungenügend staatliche Unterstützung; zu wenig zum Leben, aber zu viel zum Sterben.

Anders verhält es sich mit den "Berufsbettlern", die trotz Krücken äußerst behende hinter Ihnen herlaufen und in mehr oder weniger gutem Englisch auf Sie einreden und von zehn hungernden Kindern und einer todkranken Frau erzählen. Sie treffen sie jeden Tag wieder, am Strand oder auf der Straße.
Einige dieser Bettler reisen morgens extra mit dem Zug oder Bus an, packen am Bahnhof ihre "Arbeitsutensilien", wie verschmutzte Kleidung oder Krücken, aus und beginnen mit der "Arbeit". Und sie verdienen durch Betteln meist mehr als der Koch in Ihrem Hotel.

Geben Sie vor allem bettelnden Kindern kein Geld. Wenn die Kinder erst einmal gelernt haben, dass sie auf diese einfache Weise Geld verdienen können, hält sie das vom Schulbesuch ab. Auch erbettelte "Schoolpens" werden oft im nächsten Geschäft wieder verkauft. Die Schulausbildung ist in Sri Lanka kostenlos, benötigte Materialien werden ebenfalls kostenlos zur Verfügung gestellt, so dass kein Kind um Kugelschreiber betteln muss.


Beach Boys

Um Missverständnissen vorzubeugen: Mit Beach Boys sind hier nicht die Jugendlichen gemeint, die versuchen, Ihnen Rundtouren zu vermitteln oder Ihnen die nähere Umgebung zeigen, aber ansonsten keine weiteren Absichten haben. Diese Jugendlichen leben davon, dass sie eine Provision erhalten, wenn Sie auf einer Tour mit Ihnen z. B. eine Batik kaufen.

Mit Beach Boys sind vielmehr aufgestylte, mit Goldkettchen protzende Jugendliche zwischen 18 und 25 gemeint, die einen recht aufwändigen Lebensstil pflegen. Natürlich versuchen auch diese, Ihnen Touren zu verkaufen. Da der Lebensstil aber irgendwie finanziert werden muss, zahlen Sie bei Einkäufen in Begleitung eines Beach Boys auch schon mal das Dreifache des normalen Preises.

Das eigentliche Ziel liegt jedoch darin, junge Touristinnen ins Bett zu bekommen, wobei sich einige Beach Boys damit brüsten, dass sie pro Saison mit mindestens 50 Frauen schlafen. Natürlich werden diese jungen Frauen ausgenommen wie Weihnachtsgänse. Aber auch ältere Touristinnen und Schwule können die Dienste der Beach Boys unter den gleichen Konditionen in Anspruch nehmen.

Times are changing - auch die Beach Boys haben erkannt, dass man mit 20-Jährigen zwar Spaß haben kann und auch etwas Geld dabei herumkommt, aber die Altersgruppe jenseits der 40 ist das neue Ziel: nicht mehr so knackig, aber betuchter. Wenn dann die von westlichen Männern enttäuschte und frustrierte Mittvierzigerin den Liebesschwüren und dem "I love you so"-Gesülze erliegt und nach einer Woche zurück in Deutschland nur einen Wunsch verspührt: ihren Lover wiederzusehen, dann ist die Dame reif, gepflückt zu werden. Der ultimative "Liebes-", oder besser Besitz-Beweis: Verkehr ohne Kondom.

Und dann kommt die herzkranke Mutter oder ein defektes Auto ins Spiel - und das schlechte Gewissen. Wenn Du mir nicht 5000 Euro schickst, bist Du daran Schuld, wenn Muttern stirbt - wenn Du mir kein Geld für die Auto-Reparatur gibst, bist Du daran Schuld, wenn ich kein Geld mehr verdienen kann. Dem Einfallsreichtum der Beach Boys sind keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, den verliebten Frauen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Und weil die Frauen - wenn auch mehrmals im Jahr - meist nur für zwei Wochen im Land sind, kann Mann auch gut drei oder mehr "Sponsoren" koordinieren. Und alle leiden am AMIGA-Syndrom (Aber Meiner Ist Ganz Anders) und meinen, sie sind die Einzige.

Nachtrag: Die Zahl der HIV-infizierten Sri Lanker wurde vom Gesundheitsministerium für 2006 mit 743 angegeben, für 2011 mit 1463 - fast eine Verdopplung in nur fünf Jahren. Etwa 75 Prozent der Infizierten wohnen in der Küstenregion zwischen Negombo und Galle.
Da keine Meldepflicht für Neuinfektionen besteht, beinhalten diese Zahlen nur die Infizierten, die bereits Symtome zeigen. Die WHO schätzt daher die Dunkelziffer auf das Drei- bis Vierfache.


Böse Buben

Hier alle kleinen Gaunereien und Tricks aufzuschreiben, die einigen (wenigen) Einheimischen einfallen, um unbedarften Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen, würde den Rahmen dieser Webseite sprengen. Deshalb stellvertretend einige nette Beispiele. Den Rest überlassen wir Ihrer Phantasie.

"Geiz ist Geil" oder "Billige Zigaretten"
Alt, aber immer noch beliebt - hier die verfeinerte Variante: Sie sitzen am Strand und rauchen eine Zigarette. Ein Einheimischer kommt vorbei und startet einen unverbindlichen Small Talk. Im Lauf des Gesprächs bietet er Ihnen die Zigaretten, die normalerweise mehr als 400 Rupien kosten für die Hälfte an, verschwindet kurz und kommt tatsächlich mit zwei Päckchen Zigaretten zurück. Natürlich freuen Sie sich über das Schnäppchen. Am nächsten Tag das Gleiche. Dann lässt sich unser Freund für ein oder zwei Tage nicht blicken.
Beim nächsten Treffen werden Sie dann wahrscheinlich selbst das Gespräch auf die billigen Zigaretten bringen. Nun schildert unser Freund sein Problem: Die Zigaretten sind heiße Ware und der Freund unseres Freundes, der die Zigaretten verkauft, will die so schnell wie möglich loswerden und verkauft daher keine einzelnen Päckchen mehr, sondern nur noch Stangen - mindestens zwei. Und so viel Geld hat unser Freund gerade nicht flüssig. Er möchte also Vorkasse für zwei Stangen.
Nun stellt sich für Sie die Frage: Wenn der Freund unseres Freundes nicht so viel Vertrauen in seinen Freund hat, dass er ihm die Stangen erst mal so mitgibt, warum sollten Sie dann in unseren Freund mehr Vertrauen haben. Lassen Sie es bei den vier Päckchen und freuen Sie sich darüber, dass zur Abwechslung Sie mal einen Abzocker abgezockt haben.

"Hallo, ich bin der Koch aus Deinem Hotel"
Der arme Kerl soll einkaufen, hat aber zu wenig Geld dabei. 1000 Rupien braucht er noch und die sollen Sie ihm leihen. Natürlich gibt es das Geld im Hotel sofort zurück? Wenn Sie nun fragen, in welchem Hotel Sie denn wohnen, nützt das meist wenig. Wahrscheinlich hat er Sie beobachtet, und weiß, wo Sie wohnen.
Sie können jetzt sagen, Sie hätten nicht genügend Geld dabei und den "Koch" abwimmeln. Wenn Sie ihn nicht so schnell vom Haken lassen wollen, machen Sie den Vorschlag, zusammen einzukaufen und danach gemeinsam mit den Einkäufen zum Hotel zurückzugehen. ;-)

"Milchpulver für Muttern
In Galle sehr beliebt, inzwischen aber auch schon in Hikkaduwa: Beim Stadtbummel haben Sie auf einmal einen Begleiter neben sich. Der anfänglich unverbindliche Small Talk führt schnell auf den Punkt. Unser Begleiter hat gerade seine Mutter im Krankenhaus besucht, schwere Operation, aber es geht ihr schon wieder ganz gut. Nur die Ernährung sei im Krankenhaus einfach schlecht. Um Muttern wieder richtig aufzupäppeln, wären Vitamintabletten nötig. Ihr Begleiter versichert Ihnen dann mehrmals, dass er Sie nicht um Geld anbetteln wolle, denn er sei ja kein Bettler. Stattdessen bittet er Sie, ihm die Vitamintabletten zu kaufen.
Kaufen Sie dem armen Mann nun die Tabletten, haben Sie ein gutes Werk getan, zwar nicht der Mutter aber Ihrem Begleiter. Raten Sie mal was passiert, wenn Sie um die nächste Ecke gegangen sind? Und so gibt es Shops, in denen ein und dasselbe Päckchen Vitamintabletten immer wieder verkauft wird.
Die kranke Mutter kann auch eine hinfällige Oma sein oder durch drei bis sieben hungernde Kinder ersetzt werden - statt Vitamintabletten ist auch Milchpulver sehr beliebt oder andere Medikamente - Hauptsache teuer.

Wenn Sie allerdings am Strand eine Kokosnuss kaufen und mit 2000 Rupien bezahlen, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Sie weder das Wechselgeld noch den Kokosnuss-Verkäufer wieder sehen. Mit 2000 Rupien kann er seine Familie schon einige Tage ernähren.

Seien Sie aber Angesichts dieser Beispiele jetzt bitte nicht übervorsichtig, sondern vertrauen Sie Ihrem gesunden Menschenverstand. Überlegen Sie einfach, was Sie in der gleichen Situation zu Hause machen würden - gäben Sie da einem Fremden, den Sie erst seit zwei oder drei Tagen kennen, 30 oder 40 Euro, damit er für Sie Zigaretten kauft?